
Das Barockschloss Celle
Das Residenzschloss mitten auf dem grünen Hügel am Rande der Altstadt zieht in Celle die Blicke aller Besucher auf sich. Aber nicht nur der schöne Hofgarten und die Fassade locken die Touristen an, sondern auch das Innere. Die Stadt Celle wurde 1292 von dem Welfen Herzog Otto dem Strengen geründet. Erstmals erwähnt wurde es in einer Urkunde von 1315. An seiner Stelle stand zuvor ein Wehrturm, der später zu einer Burganlage ausgebaut wurde. Im Laufe der Zeit wurde das Schloss immer wieder erweitert, vor allem nachdem die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg in Folge des Lüneburger Erbfolgekrieges ihre Residenz von Lüneburg nach Celle verlegten. Sein heutiges Aussehen hat das Schloss allerdings Herzog Georg Wilhelm zu verdanken, nachdem die Welfen das Schloss als Residenz aufgegeben hatten. Auf seinen Befehl bekam das Schloss eine „nahezu quadratische, vierflügelige“[1] Fassade, umgeben von einem weitläufigen Innenhof im venezianischen Stil[2]. Rund um den Schlossgraben auf dem mit farbenfrohen Blumenbeeten dekorierten Schlossberg tummeln sich täglich etliche Touristen und Einwohner. Besonders im Sommer tanken sie dort Sonne. Es ist also der perfekte Ort, um ein Picknick im Setting von jahrhundertealter Geschichte zu veranstalten. Die Kapelle im Inneren enthält Malereien aus dem späten 16. Jahrhundert, welche durch eine Glasscheibe von Besuchern betrachtet werden können. Als einzige Kapelle aus frühprotestantischer Zeit Deutschland ist sie noch gänzlich im Stil der Renaissance erhalten. Auch die Staatsgemächer im Barockstil können in einer Führung durch das Residenzmuseum betrachtet werden, wobei die Geschichte des Schlosses erläutert wird. Theaterfans können in einem der ältesten Hoftheater mit eigenem Ensemble die Aufführung zahlreiche Theaterstücke genießen. Das Schlosstheater im Barockstil hat Platz für etwa 300 Zuschauer.
Elemente aus allen Epochen haben sich in und rund um das Schloss erhalten.[3]
Nachdem im 17. Jahrhundert in Frankreich die Verfolgung der Hugenotten, Anhänger des Calvinismus, begonnen hatte, fanden über 300 von ihnen Zuflucht im Schloss Celle. Dies lag ziemlich sicher daran, dass die Frau von Herzog Georg Wilhelm, Eléonore d’Olbreuse, selbst Hugenottin war und die Adelsfamilie d’Olbreuse bot auch im Poitou, im Westen Frankreichs gelegen, Hugenotten eine Unterkunft.[4]
In der Stadt selbst reihen sich etwa 500 Fachwerkhäuser aneinander, welche unter Denkmalschutz stehen, um den Charme der Stadt aufrecht zu halten.[5] Das älteste von ihnen wird auf 1526 datiert.[6] Wer sich die 235 Stufen des Kirchturms der Stadtkirche hinaufwagt, erhält einen wunderschönen Ausblick über die Stadt Celle.[7] Man munkelt, dass man von dort oben sogar die Nordsee sehen kann (auch wenn es sich nur um den Imbiss handelt).
Die Stadtkirche St. Marien selbst wurde 1313 urkundlich erwähnt[8] und bietet in der Fürstengruft eine letzte Ruhestätte für die Welfen-Herzöge[9].
[1] Celles weißes Schloss auf dem grünen Hügel, in: NDR Plus (2019), URL: https://www.ndr.de/ratgeber/reise/lueneburger_heide/Celler-Schloss-zeigt-die-Geschichte-der-Welfen,schlosscelle102.html (letzter Zugriff am 17.12.19)
[2] Ebd.
[3] Ebd.
[4] Flick, Andreas: 30 Prozent der nach Celle eingewanderten Hugenotten aus der Heimat von d’Olbreuse, in: Cellesche Zeitung (2013), URL: https://www.cellesche-zeitung.de/Celle/Aus-der-Stadt/Celle-Stadt/30-Prozent-der-nach-Celle-eingewanderten-Hugenotten-aus-der-Heimat-von-d-Olbreuse-Teil-1 (letzter Zugriff am 17.12.19)
[5] Celle: Fachwerkstadt mit Charme, in: NDR Plus (2019), URL: https://www.ndr.de/ratgeber/reise/lueneburger_heide/Celle-Liebenswerte-Fachwerkstadt-in-der-Heide,celle142.html (letzter Zugriff am 17.12.19)
[6] Das älteste datierte Haus Celles, in: celle-tourismus, URL: https://www.celle-tourismus.de/celle-reisetipps/architektur-fachwerk/das-aelteste-haus.html (letzter Zugriff am 17.12.19)
[7] Celle: Fachwerkstatt mit Charme, in: NDR Plus (2019)
[8] URL: https://www.stadtkirche-celle.de/Historie (letzter Zugriff am 17.12.19)
[9] Celles weißes Schloss auf dem grünen Hügel, in: NDR Plus (2019)